Jakob Gmoser


Diario de Argentina

2025-12-17 bis 2026-01-02
  1. 17.12.2025
  2. 18.12.2025
  3. 19.12.2025
  4. 20.12.2025
  5. 21.12.2025
  6. 22.12.2025
  7. 23.12.2025
  8. 24.12.2025
  9. 25.12.2025
  10. 26.12.2025
  11. 27.12.2025
  12. 28.12.2025
  13. 29.12.2025
  14. 30.12.2025
  15. 31.12.2025
  16. 01.01.2026
  17. 02.01.2026

17.12.2025

Wir sind seit knapp 36 Stunden unterwegs. Start am Vortag um 2.30 in Neudau bei Glasers. Wir düsen zum Flughafen, frühstücken in der Lounge und dann geht's los: Wien -> Madrid, Madrid -> Sao Paolo, Sao Paolo -> Buenos Aires mit dem Flieger. Dann Tienda Leon nach Mar del Plata.

Also, es ist ca. 9 oder 10 Uhr und wir kommen endlich mit dem Bus in Mar del Plata an. Wir werden von Agus Eltern abgeholt und bekommen gleich mit dem Auto eine kleine Rundfahrt durch die Stadt zum Meer.

Ich merke:

Und man bekommt gleich mal eine Sicherheitseinschulung:

Bin ich froh, dass ich Agu und ihre Eltern hier habe.

Wir holen am Heimweg das klassische argentinische "Frühstück" Medialuna oder auch liebevoll Medialuncitas genannt. Das sind kleine Croissants mit einer dünnen Zuckerglasur überzogen und optional auch mit Füllungen wie zB natürlich Dulce de Leche.

Dann kommen wir in Agus Heimathaus an. Das ist auch sehr spannend, außerhalb der Innenstadt ist man sehr schnell in perfekt quadratisch angeordneten Vierteln aus Einfamilienhäusern in verschiedensten Bauten und Formen. Die Straßen sind meistens Einbahnstraßen. Aber das Haus ist cool und hat auch einen kleinen Garten abseits der Straße.

Wir duschen und frühstücken, die Medialunas sind gut. Wir chillen und erholen uns ein bisschen und haben dann zum Mittagessen Rindfleisch im Ofen mit Zwiebeln und rotem Paprika gegessen. Am Nachmittag haben wir uns dann Sim Karten besorgt um online zu sein und waren Eis essen bei Lucianos. Das Eis war richtig gut!

Am Abend gab es dann hausgemacht Empanadas zum Essen und irgendwann dazwischen lernte ich auch Agus jüngeren Bruder kennen. Der wohnt noch zuhause, arbeitet in einer Equipment Firma für Erdgas wo er Einkauf macht und hat mit seiner Freundin zusammen einen kleinen Supermarkt übernommen. Also arbeitet er jeden Tag 7.30 - ca. 16.30 im normalen Job und dann wieder ab ca. 17.30 - 22.00 im Supermarkt. Dort haben sie zwar Angestellte, aber dene kann man nicht vertrauen. So kann man sich dann aber auch in Argentinien ein anständiges Leben leisten und eine Neuwagen finanzieren.

18.12.2025

Wir wachen um 6.30 ohne Wecker auf, noch ein kleiner Jetlag Effekt, aber durch die lange Reise ist der Jetlag gar nicht so schlimm. Es sind übrigens 4 Stunden Zeitverschiebung. Wir arbeiten ganz normal und es gibt Milanesas zum Mittagessen.

Milanesas ist eigentlich Wiender Schnitzel. 1 zu 1 das gleiche, nur das es hier die meistverbreitete Version mit Rindfleisch ist. Aber Huhn ist auch verbreitet.

Am Nachmittag fahren wir dann in die Stadt auf einen Kaffee und Medialunas mit Agus Bruder. Danach gehen wir noch am Strand entlang eine kleine Runde laufen mit Agus Bruder und seiner Freundin. Am 17.1. ist ein 10km Lauf in Mar del Plata und die beiden machen mit uns mit, obwohl sie erst vor kurzem zum Laufen angefangen haben.

Am Abend gibt es dann das erste Asado von Agus Vater. Asado ist die argentinische Version von Grill und das ist nicht einfach den Griller anschmeißen sondern das ist tief in der Kultur verankert. An diesem Abend hatten wir Chorizos am Grill und ein Stück vom Rücken eines Rinds in Stücke geschnitten. Der Grill ist in der Garage fix verbaut und wird mit Holz/Holzkohle geheizt. Normalerweise dauert das mehrere Stunden, aber eben mit Holzkohle geht das ganze dann auch ein bisschen schneller. Und es ist nicht unüblich für Argentinier 2-3 mal pro Woche Asado zu haben. Dazu gibt es Craft Beer aus der Stadt und einen Malbec aus Mendoza. Als Nachspeise verschiedene Eiscremes.

19.12.2025

Wir wachen etwas später auf (das Essen vom Asado hat ja typisch argentinisch erst so gegen 10 am Abend begonnen, bis wir dann fertig im Bett waren, war es gegen 12). Es ist Agus letzter Arbeitstag vor 3 Wochen Urlaub.

Nach dem Arbeiten sind wir Agus Großmutter besuchen gefahren, die wohnt etwas mehr in der Stadt von Mar del Plata, ist sehr nett und spricht aber nicht viel Englisch, eigentlich gar nicht außer "I love you".

Zu Mittag gabs Restlessen und am Abend wieder Milanesas mit Tarta de Atun. Tarta de Atun ist auch sehr typisch, eine Art runder Teig mit Thunfischfüllung und dann noch eine Schicht drüber.

Und dann haben wir noch für Patagonien gepackt und sind ins Bett.

20.12.2025

Der Wecker läutet um 5 Uhr. Wir machen uns mit dem Pick Up von Agus Papa auf den Weg nach Patagonien. Wie ich gelernt habe ist Patagonien RIESIG. Es ist nicht nur der Süden von Argentinien, in unserem Fall fahren wir nämlich eigentlich "nur" in Richtung Westen. Aber trotzdem durchqueren wir eigentlich das ganze Land von Ost nach West und es sind ca. 1700km, was wir in zwei Tagesetappen machen.

Die erste Etappe ist die längere und geht großteils durch die Pampa (hier merkt man die Wurzeln des Begriffs Pampa!). Wir sitzen eigentlich den ganzen Tag im Auto, Agus Papa fährt die ganze Zeit. Zu Mittag gibt's vorgerichtete Sanguchitos (Sandwiches). Und am Abend machen wir Stopp in General Roca und essen dort ... Milanesas. Man sieht schon, dass in Argentinien eigentlich mehr Schnitzel als in Österreich gegessen wird! Übrigens ist das auch ein berühmtes Anbaugebiet für Äpfel und Birnen und etliches anderes Obst.

21.12.2025

Heute steht die kürzere Etappe am Programm, wir stehen um 7 auf und frühstücken in der Unterkunft. Klassisch Medialunas. Dann machen wir uns auf den Weg Richtung unserem Ziel San Martin de los Andes. Wir mache einen Zwischenstopp in einem Dinosaurier Museum mit den Knochen des größten erhaltenen Dinosauriers. Das Museum ist in Huincul.

Später fahren wir eine Ortschaft weiter und jausnen dort die verbliebenen Schnitzel vom Vortag. Und es gibt da einen riesigen Kreuzweg mit einer riesigen Jesus Statue. Und rundherum ist nichts als Wüste, auch wieder eine sehr fade Region. Aber eine mit viel Erdöl und Erdgasbezug. Vaca muerta.

Am Weg gibt es auch die Möglichkeit Kondore zu sehen - aber kein Glück. Und wir sehen den Vulkan La Nin.

Dann kommen wir in San Martin de Los Andes an. Da ist es richtig cool! Es sieht echt aus wie in einem kleinen Alpendörfchen, mit dem See und den Bergen rundherum. Und die Häuser haben so einen Hüttenstyle. Direkt nach dem Ankommen, gehen wir für 75 Minuten laufen direkt am See. Wir sehen viele Leute die mit dem Auto die Straße am See entlang fahren und einfach mal bei schöner Aussicht stehen bleiben um Mate zu trinken. Am Abend gibt es dann Hendl mit Reis und wir gehen dann noch ins Zentrum mit Agus Mum. Dort erwartet uns etwas mit dem wir nicht gerechnet hätten; es gibt so eine Art Weihnachtsmarkt mit vielen lieben kleinen Ständen mit selbstgemachten Sachen und daneben ist aber gleich eine kleine Open Air Bühne auf der ein Techno DJ auflegt. Man muss auch sagen aufgrund der verschobenen Essenszeiten hier ist es auch schon 21.30. Aber trotzdem voll cool, da geht die Party ab. Wir finden heraus, dass das ein kleines Fest in der Stadt ist mit der Hauptzeremonie, dass das Licht an einem großen Plastik Christbaum eingeschalten wird. Dieser ist aus über 10.000 recycelten Plastikflaschen aufgebaut. Etwas nach 22 Uhr war es dann so weit und "La Duende" hat das Licht am Baum aufgedreht und uns somit das Signal gegeben, dass wir friedlich nachhause gehen können und schlafen.

22.12.2025

Erster offizieller Urlaubstag von Agu. Wir schlafen so richtig aus bis um 9 Uhr. Dann gibt es Frühstück. Hier wird wieder ein Unterschied offensichtlich: Agus Eltern essen einfach nur ein paar Kekse als Frühstück, während wir uns Eierspeis, Toast und Marmelade und zum Abschluss noch Kirschen gönnen.

Danach machen wir uns auf, auf einen Spaziergang durch die Stadt hier, an den See und schauen wo wir Räder ausborgen können. Agu und ich wollen morgen die Ruta de los siete Lagos mit dem Rad abfahren, das sind so 80-100km durch Patagonien mit einigen richtig schönen Seen am Weg. Wir kommen in ein Sportgeschäft mit dem Namen "Austria", wo es Mountainbikes zum ausborgen gibt für 17 EUR pro Tag. Für so einen Ort hier finde ich das richtig günstig. Apropos günstig; auswärts Kaffee trinken und Medialunas snacken ist auch eher günstig. Aber zB ordentlichen Kaffee als Bohnen oder gemahlen zu kaufen ist sauteuer.

Hier in San Martin ist auch Argentinien ein kleines bisschen anders: Man fühlt sich allgemein ein bisschen sicherer beim herumgehen und hantieren mit Handy usw. und auch wenn man die Straßen überqueren möchte bleiben die Autos zu 99% stehen. (Währenddessen sie in Mar del Plata zu 99% nicht stehen bleiben).

Wir gehen dann auch in eine Art Take-away Restaurant, was es in so einer Form in Österreich nicht gibt. Da geht man einfach hin und hat wie bei einer Eistheke, verschiedene Mahlzeiten zur Auswahl, die man in einer Box dann mitnehmen kann. In diesem Fall gibts verschiedene Empanadas und Rindfleisch in verschiedenen Varianten mit Soße und versch. Beilagen und Nachspeisen zur Auswahl.

Am Nachmittag treffen wir dann eine Freundin von Agu die in Mar del Plata aufgewachsen ist und mit ihr studiert hat. Die ist 2020 dann mit ihrem Freund gemeinsam nach San Martin gezogen, ist selbstständig und macht Simulationen unter anderem für die Erdöl, Gas und Atomindustrie - irgendwas mit Schwingungen. Aber seit dem neuen Präsidenten geht es ihrem Geschäft richtig gut und sie arbeitet echt gerne. Jetzt baut sie mit ihrem Freund gemeinsam 20 Minuten außerhalb vom Zentrum ein kleines Haus. Auf 1100m, ohne Anschluss und komplett autark.

Am Abend hole wir dann die Leihräder vom Geschäft austria ab und haben hausgemachte argentinische Pizza von Agus Mum. Dann geht es früh ins Bett.

23.12.2025

Der Wecker klingelt um 6.20. Wir stehen auf, kochen Kaffee (übrigens haben wir Löskaffee mit) und essen Overnight Oats. Dann ziehe wir uns ordentlich an; die Wetter App sagt gefühlt 3 Grad Celsius. Wie der Sommer in den Alpen, oder so.

Dann geht’s los. Die Mission für heute: die berühmte Ruta de los siete lagos (Route der sieben Seen) mit einem geliehenen Mountainbike in einem Tag abfahren. Nicht so einfach, weil viele Höhenmeter, schwere Räder und viel Wind. Aber wir sind gute Dinge, weil wir habe ein Ass: wir bekommen ein frisch gekochtes Essen von Agus Eltern mitten am Weg und sie begleiten uns mit dem Auto und nehmen uns dann vom Ende (Villa La Angostura) wieder mit nach San Martin.

Der Start läuft recht gut, es geht gleich mal 400m bergauf auf den ersten ~20 Kilometern, die Sonne kommt raus und es wird wärmer - zum Glück! Aber als hätten wir es verschrien wird es dann sofort wieder kälter es ist immer mehr bewölkt und der Wind ist DER WAHNSINN! Ohne Handschuhe ein Kampf für die Finger. Aber wir machen weiter kommen an einen See nach dem anderen und versuchen es trotzdem so gut es geht zu genießen. Es ist ja einfach eine total geile und einzigartige Landschaft hier. So geht’s dahin, bergauf und bergab, meistens mit viel Wind.

Dann treffen wir bei Lago Falkner auf Agus Eltern, wir finden einen windstillen Platz und bekommen zu essen und zu trinken. Achja und wir sind ja mitten im Nirgendwo, da gibt’s keinen Handyempfang, also heißts Treffpunkte ausmachen und diese dann finden. Gut gestärkt begeben wir uns auf die zweite Halbzeit und es geht weiter gegen den Wind. Wir machen noch einen Zwischentreffpunkt in 30 Kilometern aus. Und gut so. Als wir dort dann Agus Eltern treffen reichts uns eindeutig mit dem Wind hier. Und es waren dann doch mehr als 5 Stunden im Sattel, 85km und über 1400 Höhenmeter. Und auch schon 7 Seen, weil wir zwischendurch einen kleinen Umweg gemacht haben um Lago Hermoso zu sehen.

Dann packen wir die Räder auf den Truck, es gibt Mate und Facturas (kleine süße Gebäcke, zB Medialunas zöhlen da auch dazu) und wir fahren mit dem Auto noch bis zum Schluss nach Villa La Angostura (was noch weitere 30km mit viel Höhenmetern gewesen wären), schauen uns dort um und dann geht’s zurück nach San Martin mit einem kleinen Powernap im Auto.

Am Abend gehen wir dann in ein Restaurant am See essen. Wir essen alle Sorentinos mit Forelle.

24.12.2025

Wir schlafen aus und starten mit einem sehr gemütlichen Frühstück in den Tag. Mittendrin kommt dann ein weihnachtlicher Videoanruf aus Österreich rein und wir reden ein bisserl was sich so tut, da und dort. Schon komisch irgendwie hier im Sommer zu sein und so komplett ohne Weihnachtstraditionen. Oder halt mit ganz anderen Traditionen. Auf alle Fälle ists sehr schön durchs Telefon ein paar Weihnachtslieder zu hören.

Danach gehen wir zu Fuß ganz gemütlich ins Zentrum einkaufen, weil hier auch am 25ten alles zu hat. Am Abend gibts dann klassisch Rind am Grill.

Nach einem kleinen Restlessen zu Mittag machen wir uns auf den Weg nach Chapelco, einem nahegelegenen Ski Gebiet, dass wir uns anschauen. Danach fahren wir auch noch zu einem weiteren See, der etwas abseits der Ruta de los siete lagos ist, aber der Lieblingssee von Agus Papa zum Forellenfischen. Dort gibt es Matecitos und ein paar Kekse und dann fahren wir zurück ins Apartment, wo Agus Mama zum Herrichten beginnt für das Weihnachtsessen, während ich hier diese Zeilen schreibe. Dann wird auch der Griller angestartet und das Fleisch kommt drauf. Ich schaue mir das ma genauer an um das evtl. in Klagenfurt mal replizieren zu können - Hexenwerk ist das ja keines. Und wir reden auch darüber, dass sie in Argentinien das Fleisch viel mehr durch essen als wir in Österreich. Währenddessen spielen wir ein bisschen Würfelpoker und der Fernseher wird eingeschalten, wo irgendwie so eine Zusammenstellung aus Cumbia Konzerten mit einem Countdown löuft. Hier ists irgendwie so, dass man bis Mitternacht aufbleibt und dann um Punkt 12 anstoßt und sich Feliz Navidad wünscht. Wie zu Neujahr nur mit einem anderen Spruch. Feuerwerke sind auch nicht unüblich. Aber von Weihnachtsliedern und gemeinsamen Singen oder ähnlichem gibts keine Spur. Nach dem Essen spielen wir auch noch Rummy und gehen dann nach Mitternacht schlafen.

25.12.2025

Wir schlafen aus und frühstücken gemütlich. Dann fahren wir diesmal die andere Seite von Lago Lacar rauf bis Yuco. Mittlerweile haben wir uns schon so gut eingewöhnt, dass wir Gewand für Kälte und Wind auch mithaben. Aber: Es ist windstill und die Sonne scheint und es gibt suuuper Badestrände hier. Agus Papa lässt uns auch ein bisschen fischen und wir genießen einfach mal die Wärme. Zu Mittag snacken wir dann Sandwich mit Fleisch vom Vortag und dann fahren wir weiter den See rauf bis Hua Hum.

Von dort starten Agu und ich einen gemütlichen walk-run (alias correcaminar) zum Wasserfall Chachin. Der Weg ist super schön, durch den Wald und der Wasserfall sieht auch mega gut aus. Zurück bei Hua Hum haben wir dort dann alles für uns und es ist auch wunderschön. Wir essen Facturas, fischen noch ein bisserl und fahren dann zurück - so gegen 9 sind wir wieder im Apartment und essen Fleisch vom Vortag. Dann spielen wir noch ein bisserl Rummy und gehen schlafen.

26.12.2025

Ich starte den Tag mit einem Videocall mit der Family, alle sind irgendwie krank. Nach dem Frühstück brechen wir auf mit dem Auto in Richtung Lago Lolog. Es ist mit Abstand der windigste Tag der Woche, wahrscheinlich auch aufgrund der Lage von Lolog. Aber ganz im Gegenteil zum Vortag, steigen wir dort einfach nur für ein Foto aus, weil einen der Wind einfach direkt verbläst. Nach einer kleinen Runde im Auto durch die Umgebung gehen wir dort direkt am See essen. Ich esse eine Burger.

Bei der Rückfahrt machen wir eine Stopp beim (bald fertigen) Haus von Rochi, der Freundin von Agustina. Das Haus ist der Hammer! Man muss halt 10 Minuten Schotterpiste den Berg rauffahren, aber dort oben ist dann eine kleine Siedlung und die haben sich dort ein größtenteils selbstgebautes Haus hingestellt. Wobei Haus bei denen eher wie eine große Holzhütte bei uns ist. Aber für ein Pärchen leicht ausreichend, ich schätze auch so um die 75qm, auf 2 Stockwerke, mit großen Panoramafenstern im Wohn- und Schlafzimmer wo man in die Gegend hinaus (und hinunter) schaut. Das Haus hat keinerlei Anschlüsse, Internet gibt's über Starlink mit Strom von Solarzellen und Batterien die sie (illegal) aus Chile importiert haben. In Chile gibt's anscheinend viel mehr Sachen zu einem besseren Preis. Klo und Wasser muss ich ehrlich sagen weiß ich ned wie das da funktioniert.

Danach starten Agu und ich noch einen Lauf auf eine Aussichtspunkt bei San Martin de Los Andes, der schnell etwas abenteuerlich wird. Bei der „offiziellen“ Route muss man an die indigene Bevölkerung, die das Land dort anscheinend besitzt, zahlen, aber laut Rochis Empfehlung folgen wir denen nicht und begeben uns abseits der Wege um zu sparen. Als wir dann so dahinlaufen höre ich auf einmal Getrampel von hinten, dreh mich um, hüpf zur Seite und komme nur mehr dazu „ACHTUNG“ zur Agu zu schreien. Kommt da tatsächlich auf einem Waldwegerl von hinter uns ein wildes Pferd aber in vollem Galopp daher! Wären wir nicht sofort zur Seite hätte uns das sowas von mitgenommen. Alles gut ausgegangen, aber das Herz hat ordentlich gepumpert. Als wir dann weiterlaufen ist unser Wunschweg vom Pferd blockiert und wir wollen nicht mehr wirklich seine Weg kreuzen, also probieren wir einfach eine anderen. Naja ganz so einfach wie Rochi gesagt hat ist es dann doch nicht und es dauert eine gute halbe Stunde extra, bis wir oben am Aussichtspunkt ankommen.

Danach dann nur mehr Rummy, duschen, essen und zusammenpacken.

27.12.2025

Wecker um 6.00 Uhr. Wir begeben uns auf den Rückweg. Wir machen einen Zwischenstopp in El Chocon, da gibt es eine großen Staudamm mit Kraftwerk und ein weiteres Dinosaurier Museum. Wir machen einen weiteren Zwischenstopp um unsere vorgerichteten Sandwiches zu essen und eine weiteren bei einer Tankstelle für Cafecito.

Wir übernachten in Rio Colorado und dort is endlich wieder ordentlicher Sommer mit um die 30 Grad. Nach dem Ankommen gehen Agu und ich eine kleine Runde laufen un den Körper etwas zu bewegen. Ich bin während dem Fahren draufgekommen, warum all diese langen Reisen mit dem Sitzen so anstrengend sind für mich: Wegen dem Gleitwirbel in der LWS!

Am Abend bestellen wir Pizza und gehen relativ früh schlafen.

28.12.2025

Wir schlafen bis 7.00 und bekomme Frühstück ins Apartment gebracht. Das ist eine relativ liebe Unterkunft mit coolem Charme. Dann treten wir den zweiten Rückreisetag an. Im Auto verbringe ich die Zeit mit:

29.12.2025

Wir wachen mit Wecker auf um das erste Mal an den Strand in Mar del Plata zu gehen. Zuerst machen wir aber einen 45 Minuten Lauf am Meer. Dann setzen wir uns mit so einer Art Camping Stühlen an den Strand in die pralle Sonne. Einschmieren hat hier eine ganz andere Priorität. Es gibt absolut 0 Möglichkeit für Schatten, außer man hat einen eigenen Sonnenschirm mit oder ma mietet so eine Art Zelt das sauteuer ist. Ich denke so ein richtiges Verständnis für Hautkrebs ist beim argentinischen Volk noch nicht gaaaanz so ausgeprägt. Zu Hunderten sitzen sie stundenlang komplett in der prallen Sonne.

Natürlich trinken wir auch Mate am Strand und es ist auch vollgas windig.

Zu Mittag werden wir wieder abgeholt. Grundsätzlich habe ich ja schon erwähnt, dass der Verkehr hier etwas chaotisch ist und seit Agu an österreichischen Verkehr gewöhnt ist, fährt sie in Argentinien nicht mehr Auto. Also bringen uns meistens ihre Eltern.

Am Nachmittag chillen und lesen wir einfach im Garten und ich arbeite ein bisschen. Am Abend kommt dann ein Onkel von Agu zu Besuch zur Picada (aka Jause). Um wieder die verschiedenen Essenszeiten zu erwähnen: Der Besuch kommt so gegen 21.00 und gegen 21.45 fangen wir dann zu essen an. Um ca 00.30 Uhr sind wir im Bett.

Wir wechseln auch Geld mit dem Onkel weil sie morgen nach Italien auf Urlaub fliegen und daher Euros brauchen. Am besten is es mit Bekannten oder Familie Geld zu wechseln, sonst gibt's auch noch so halb inoffizielle Wechselstuben und alles was offiziell ist (sowie zB mit Karte direkt zu zahlen) hat anscheinend nicht so einen guten Wechselkurs.

30.12.2025

Nach dem langen Essen schlafen wir aus und werden dann wieder zum Strand gefahren um eine Freundin von Agu zu treffen. Dann Mittag essen und um 13-15 Uhr haben wir Massagen gebucht. Das ist hier super billig, 22€ pro Person und Stunde.

Dann fahren wir zum Haus von Agus Eltern am Land. Dort werden wir den Abend und die Nacht verbringen.

Am Land ist es super! Es ist ein super heißer Tag (um die 35 Grad), also hüpfen wir direkt nach dem Ankommen in den kalten Pool und arbeiten/lesen ein bisschen und haben dann Matecitos mit Merienda (spanisch für Snack/Nachmittagsjause) gehabt. Typische Snacks zum Mate sind auch Bizcochitos (einfache Kekse entweder süß oder salzig) und Churros mit Dulce de Leche gefüllt.

Dann sind wir hier eine Runde gegangen, es ist alles Land von Agus Großeltern, dass dann unter ihren Papa und seinen 5 Geschwistern aufgeteilt wurde. Wir gehen dann auch noch eine Runde laufen und das ist echt cool! Wie bei uns am Land draußen, richtig schön mit Sonnenuntergang und allem drum und dran - nur a bisserl staubiger auf den Feldwegen.

Zum Abendessen gibts dann Pollo al disco. Das ist auch klassisch argentinisch in einer Pfanne die aus einem landwirtschaftlichen Gerät hergestellt wurde. Und zwar aus dem Ding, das die Furchen für die Samen macht.

31.12.2025

Wir schlafen uns aus und als wir aufwachen ist es bereits super heiß. Heute ist über den Tag nichts geplant, wir gehen auch nicht laufen weil es viel zu heiß ist. Ich setze mich in den Schatten und beschließe mein Arbeitsjahr mit einer produktiven Session, während Agu die Sonne, den Pool und das neue Dan Brown Buch genießt.

Am Abend fahren wir dann zurück in die Stadt, weil Agus Eltern traditionell zu Silvester einladen. Es kommen Onkel und Tante von Agu, ein Cousin und gute Bekannte. Insgesamt sind wir 12 Personen. Und es gibt viele ganz klassische Sachen: Vitel tonne, Matambre, versch. Salate und eine süß-salzige Roulade. Zu Mitternacht wird dann angestoßen und wir sehen nach draußen ob es Feuerwerke gibt, aber in der Stadt sind die verboten. Um ca. 3 Uhr gehen wir dann ins Bett.

01.01.2026

Wir schlafen (wieder mal) aus. Dann fahren wir wieder zum Haus aufs Land und dort gibt's Restlessen von Silvester. Danach fahren wir in eine kleine liebe Ortschaft in der Nähe und schauen uns die ein bisschen an. Dort gibt es auch eine kleine Mariengrotte mit viiiiielen Taschentüchern.

Dann nehmen wir aus dem kleinen Dorf noch Eiscreme mit. Das ist hier sehr normal, man fährt zu einer Eisbude und bestellt dort einen Kilo oder so zum Mitnehmen und isst dann daheim in Schüsseln.

Danach gibt's eine Verdauungspause mit arbeiten und lesen und dann machen Agu und ich eine Long Run für 1:20. Am Abend essen wir dann wieder Silvesterüberbleibsel.

02.01.2026

Wir schlafen sehr lange aus. Dann gehen wor gleich wieder 45 Minuten laufen mit HIIT Intervallen. Danach gibt's Frühstück und wir arbeiten/lesen wieder ein bisschen.

Zu Mittag kommen dann viele Verwandte, weil wir den 80zigsten Geburtstag von Agus Oma feiern. Es gibt wieder richtig viel Essen und Nachspeise und Torte etc…

Beim zurück fahren in die Stadt machen wir einen Zwischenstopp bei einer Lagune in der es Capibaras gibt und wir sehen tatsächlich eine ganze Hand voll! Richtig liab.

Zurück in der Stadt packen wir dann für unseren Kurztrip in den Norden zu den Wasserfällen in Iguazu. Wir nehmen den Tienda Leon Bus von Mar del Plata nach Buenos Aires um 3.00 Uhr Früh.